Wer sich mit dem Bau oder der Renovierung eines Treibhauses beschäftigt, stößt schnell auf verschiedene Optionen. Besonders hervorzuheben unter den Glasarten für Gewächshäuser: Nörpelglas. Dieses spezielle Glas, oft auch als Kathedralglas oder gehämmertes Glas bezeichnet, bietet einzigartige Eigenschaften, die es von herkömmlichem Klarglas unterscheiden.
Was ist Nörpelglas eigentlich?
Nörpelglas zeichnet sich durch seine charakteristische, unebene Oberflächenstruktur auf einer Seite aus. Diese Struktur erinnert an gehämmertes Metall oder eine feine Riffelung. Im Gegensatz zu glattem Blankglas ist es nicht vollkommen durchsichtig, sondern transluzent. Das bedeutet, es lässt Licht hindurch, verhindert aber den klaren Durchblick. Unter den Glasarten für Gewächshäuser: Nörpelglas zu wählen, ist oft eine Entscheidung für Funktionalität statt reiner Ästhetik.
Entscheidende Vorteile für das Pflanzenwachstum
Der Hauptgrund, warum Gärtner auf Nörpelglas setzen, ist die physikalische Eigenschaft der Lichtbrechung.
1. Die Lichtstreuung (Diffusität)
Wenn Sonnenstrahlen auf die strukturierte Seite des Glases treffen, werden sie gebrochen und gestreut. Anstatt als harter, direkter Strahl auf die Pflanzen zu treffen, verteilt sich das Licht gleichmäßig im Raum.
- Bessere Ausleuchtung: Auch untere Blattpartien erhalten Licht.
- Sanfteres Wachstum: Das Licht wirkt weicher und natürlicher.
2. Vermeidung des Brennglaseffekts
Bei Klarglas kann es bei direkter Sonneneinstrahlung – besonders wenn Wassertropfen auf den Blättern sind – zum sogenannten Brennglaseffekt kommen. Das Resultat sind verbrannte Blätter und geschädigte Pflanzen. Durch den Einsatz von Glasarten für Gewächshäuser: Nörpelglas wird dieses Risiko massiv minimiert. Die Struktur bricht die Spitzenintensität der Sonne.
Nörpelglas im Vergleich zu Blankglas (Klarglas)
Viele Einsteiger fragen sich, ob die Investition lohnt oder ob einfaches Fensterglas reicht. Hier ein direkter Vergleich:
- Sichtschutz: Klarglas bietet volle Einsicht, Nörpelglas bietet Privatsphäre, da man nur Schemen erkennt.
- Schattierung: Bei Klarglas ist oft eine zusätzliche Schattierung (Netze oder Kalkfarbe) im Hochsommer notwendig. Bei Nörpelglas ist dies oft nicht oder nur in geringerem Maße erforderlich.
- Optik: Klarglas sieht "sauberer" und moderner aus, muss aber häufiger geputzt werden, da Schmutz sofort sichtbar ist.
Montage und Ausrichtung
Beim Einbau von Glasarten für Gewächshäuser: Nörpelglas ist die Ausrichtung entscheidend. Die strukturierte Seite sollte in der Regel nach innen zeigen. Dies hat den Vorteil, dass die Außenseite glatt bleibt, was die Reinigung erleichtert und verhindert, dass sich Moos und Schmutz in den Rillen festsetzen. Zudem ist die Lichtbrechung so physikalisch am effektivsten.
Robustheit und Stärken
Übliche Stärken für den Gewächshausbau liegen bei 3 mm bis 4 mm. Es ist oft etwas widerstandsfähiger gegen Kratzer als weiche Kunststoffplatten, aber natürlich bruchempfindlicher als Polycarbonat (Doppelstegplatten).
Für wen eignet sich Nörpelglas?
Wenn Sie Orchideen, tropische Pflanzen oder empfindliche Jungpflanzen züchten, ist die Wahl der richtigen Glasarten für Gewächshäuser: Nörpelglas fast unumgänglich. Es schafft ein ausgeglichenes Klima ohne extreme Lichtspitzen. Wer jedoch sein Gewächshaus eher als Wintergarten nutzt und den freien Blick in den Garten genießen möchte, sollte Nörpelglas eventuell nur im Dachbereich einsetzen und an den Seiten Klarglas verwenden (Kombinationsverglasung).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass strukturiertes Glas eine der besten Investitionen für den ernsthaften Hobbygärtner ist, der ohne aufwendige Beschattungssysteme auskommen möchte.